Wieder zu Hause – und plötzlich ist es so still

Am 4. August, nach unserer Rückkehr aus Kanada, habe ich erst einmal richtig ausgeschlafen.

Bis ungefähr 10:30 Uhr.

Meine Mutter weckte mich liebevoll mit Tee. Meine Eltern waren sehr fürsorglich zu mir, und es tat gut, noch ein paar Stunden bei ihnen zu sein.

Meine Mutter hatte frische Brötchen gebacken.

Wir saßen zusammen, tranken Tee und frühstückten in Ruhe.

Nach den vielen gemeinsamen Tagen in Kanada war auch dieser Morgen noch einmal ein kleines Stück Familienzeit.

Ich hatte meiner Mutter aus Kanada einige Suits mitgebracht und gab sie ihr.

Dann musste ich langsam wieder los.

Khushi wollte am nächsten Tag nach Maastricht fahren und Kali war noch bei ihr. Also wollte ich rechtzeitig zurück nach Bonn, um ihn abzuholen.

Meine Koffer waren schon fertig gepackt.

Gegen 12:30 Uhr verabschiedete ich mich von meinen Eltern und fuhr los.

Die Fahrt war angenehm.

Ich telefonierte viel und in der restlichen Zeit gingen meine Gedanken immer wieder zurück nach Kanada.

Zu den Kindern.

Zu unseren Ausflügen.

Zu den Autofahrten.

Zu den Stränden.

Zu den gemeinsamen Mahlzeiten.

Zu unseren Gesprächen.

Zu all dem Lachen.

Und auch zu meiner unerwarteten Begegnung mit Sam am Flughafen.

Gegen 19 Uhr kam ich bei Khushi an.

Dann kam endlich der Moment, auf den ich mich gefreut hatte:

Ich sah Kali wieder.

Natürlich hat er sich riesig gefreut.

Und ich mich genauso.

Khushi fuhr anschließend noch mit zu mir und half mir mit meinem Gepäck.

Dann waren wir zu Hause.

Und plötzlich war alles still.

Nach so vielen Tagen mit Menschen um mich herum war diese Ruhe erst einmal ungewohnt.

Trotzdem war ich in diesem Moment auch froh, wieder zu Hause zu sein.

Mein eigenes Bett.

Meine eigenen Sachen.

Kali wieder bei mir.

Eigentlich alles vertraut.

Doch in der Nacht konnte ich nicht richtig schlafen.

Und am nächsten Morgen war ich wieder allein in meiner Wohnung.

Da war dieses Gefühl wieder.

Ich fühle mich hier einfach nicht richtig wohl.

Das ist keine neue Erkenntnis.

Aber nach Kanada habe ich es noch deutlicher gespürt.

Ich möchte so auf Dauer nicht leben.

Diese Wohnung kostet mich innerlich viel Energie.

Vielleicht liegt genau darin eine wichtige Erkenntnis meiner Reise.

Kanada war wunderschön.

Familie, Urlaub, gemeinsame Erlebnisse, Sicherheit, neue Orte und sogar eine unerwartete Begegnung – es war eine Mischung aus vielen schönen Dingen.

Aber es war Urlaub.

Und Urlaub ist nicht das wirkliche Leben.

Nach meiner Rückkehr habe ich viel gelesen und Podcasts von Menschen gehört, die tatsächlich in Kanada leben.

Auch dort ist natürlich nicht alles rosig.

Menschen müssen arbeiten, Rechnungen bezahlen, Probleme lösen und ihren Alltag bewältigen.

Deshalb denke ich heute nicht:

Ich muss nach Kanada auswandern, um glücklich zu werden.

Ich denke etwas anderes.

Ich möchte mein Leben hier so gestalten, dass es zu mir passt.

Ich kann mir gut vorstellen, weiterhin in Deutschland zu leben.

Aber ich möchte anders leben als jetzt.

Ich wünsche mir ein Zuhause, in dem ich mich wirklich wohlfühle.

Einen Ort, an dem ich morgens gerne aufwache.

Einen Ort mit Ruhe, Sicherheit und möglichst etwas Natur.

Und ich möchte etwas finden, das meinem Alltag wieder Sinn gibt.

Eine Beschäftigung, die mir Freude macht.

Etwas, das mich regelmäßig beschäftigt und fordert, aber mich nicht unter Druck setzt.

Ich möchte nicht wieder in einem Leben landen, in dem jeder Tag aus Verpflichtungen und festen Aufgaben besteht.

Ich wünsche mir Freiheit.

Ich möchte etwas Sinnvolles tun.

Vielleicht damit auch mein eigenes Geld verdienen.

Weiter an Rinas Welt arbeiten.

Neue Dinge ausprobieren.

Und vor allem möchte ich reisen.

Kanada hat mir gezeigt, dass ich noch neugierig bin.

Dass ich noch Neues erleben möchte.

Dass ich lachen und glücklich sein kann.

Und dass mein Leben noch nicht fertig geschrieben ist.

Auch Kali gehört zu diesem Leben.

Ich liebe ihn und kann mir im Moment nicht vorstellen, ihn einfach abzugeben.

Gleichzeitig merke ich manchmal, dass ich mich durch die Verantwortung für ihn eingeschränkt fühle.

Beides darf wahr sein.

Vielleicht muss ich dafür keine schnelle Entscheidung treffen.

Vielleicht muss ich einfach Lösungen finden, die sowohl für Kali als auch für mich gut sind.

Nach Kanada weiß ich nicht plötzlich, wie mein weiteres Leben aussehen wird.

Aber ich weiß deutlicher, wie ich nicht mehr leben möchte.

Und vielleicht ist genau das der Anfang.

Ich muss nicht nach Kanada ziehen, um ein anderes Leben zu führen.

Ich kann anfangen, mir hier ein Leben aufzubauen, das sich wieder nach mir anfühlt.

Ein schönes Zuhause.

Eine sinnvolle Beschäftigung.

Finanzielle Freiheit.

Zeit für meine Familie.

Und die Freiheit, immer wieder meinen Koffer zu packen und ein neues Stück dieser Welt kennenzulernen.

Vielleicht ist meine Kanada-Reise zu Ende.

Aber etwas Neues hat gerade erst begonnen.

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