Jede Reise endet irgendwann.
Auch unsere wunderschöne Zeit in Kanada ging zu Ende.
Mein Bruder brachte meine Schwester Didi und mich am Nachmittag zum Flughafen in Toronto. Der Abschied fiel nicht leicht, denn wir hatten gemeinsam viele schöne Erinnerungen gesammelt.
Das Einchecken verlief völlig problemlos.
Schon nach kurzer Zeit hatten wir unsere Koffer aufgegeben und waren nur noch mit unseren kleinen Rucksäcken unterwegs.
Bis zu unserem Abflug hatten wir noch genügend Zeit.
Deshalb aßen wir zuerst eine Kleinigkeit und gingen anschließend ganz entspannt durch die Sicherheitskontrolle.
Danach schlenderten wir noch durch den Duty-Free-Shop.
Meine Schwester und ich kauften beide einen Lippenstift von MAC.
Ich entschied mich für ein dunkles Rot.
Meine Schwester wählte einen etwas helleren Braunton.
Natürlich probierte ich meinen neuen Lippenstift sofort aus.
Zum Abschluss unserer Reise wollten wir uns noch einen Kaffee und ein Stück Kuchen gönnen.
Meine Schwester entdeckte ein schönes Café.
Es war allerdings sehr voll.
Während sie zwei Plätze für uns suchte, stellte ich mich an die Theke.
Eigentlich wollte ich für uns beide Tiramisu bestellen.
Dazu einen Kaffee für mich und einen Cappuccino für meine Schwester.
Doch leider waren alle Kuchen bereits ausverkauft.
Kein Tiramisu.
Kein Käsekuchen.
Kein Schokoladenkuchen.
Etwas enttäuscht bestellte ich nur unsere Getränke.
In diesem Moment sprach mich ein Mitarbeiter freundlich an.
Sein Name war Sam.
Er sagte, dass er gleich meine Bestellung aufnehmen würde.
Ich lächelte und antwortete:
„I’m done. Thank you.“
Mit unseren Getränken setzte ich mich wieder zu meiner Schwester.
Wir unterhielten uns über unsere Reise, lachten viel und genossen die letzten Stunden in Kanada.
Nach einer Weile kam Sam noch einmal zu uns.
Er begann ganz locker ein Gespräch.
Wir unterhielten uns über Toronto, unsere Reise und ein wenig über unser Leben.
Es war einfach ein angenehmes Gespräch.
Ganz ohne Erwartungen.
Ganz ohne Absichten.
Meine Schwester beobachtete uns beide und sagte plötzlich:
„Warum tauscht ihr nicht eure Telefonnummern aus?“
Ich musste lachen.
Mit so einem Vorschlag hatte ich überhaupt nicht gerechnet.
Schließlich gab ich meine Telefonnummer in das Bezahlgerät ein.
Meine Schwester sagte zu Sam:
„Du kannst ihr gerne schreiben.“
Ich antwortete scherzend:
„Mal sehen, ob ich überhaupt antworte.“
Wir lachten alle.
Danach verabschiedeten wir uns.
„It was nice meeting you.“
Wir gingen Richtung Gate.
Ich dachte eigentlich, das wäre das Ende dieser kleinen Begegnung.
Doch noch bevor unser Flug startete, bekam ich bereits eine Nachricht.
Sam schrieb, dass es schön gewesen sei, meine Schwester und mich kennenzulernen.
Er wünschte uns einen guten Flug nach Deutschland und schrieb, dass wir uns vielleicht eines Tages wiedersehen würden.
Er bot sogar an, mein Stadtführer zu sein, falls ich noch einmal nach Toronto kommen sollte.
Ich musste unwillkürlich lächeln.
Natürlich antwortete ich ihm.
Ich bedankte mich für seine netten Wünsche, erzählte, dass wir eine wunderschöne Zeit in Toronto gehabt hatten und schrieb ihm auch, dass sein Panini sehr lecker gewesen sei.
Kurz darauf schrieb er erneut.
Er fragte, wie es mir gehe, ob ich gut wieder zu Hause angekommen sei und ob ich vielleicht ein paar Urlaubsfotos mit ihm teilen würde.
Während ich seine Nachricht las, musste ich an den ganzen Tag denken.
Manchmal schenkt einem das Leben genau dann eine schöne Begegnung, wenn man überhaupt nicht damit rechnet.
Ob wir uns jemals wiedersehen, weiß ich heute nicht.
Vielleicht ja.
Vielleicht auch nicht.
Aber genau das ist gar nicht das Wichtigste.
Manche Menschen begegnen uns nur für einen kurzen Moment.
Und trotzdem bleiben sie als schöne Erinnerung im Herzen.
So wird Sam für mich immer ein kleiner Teil meiner Kanada-Reise bleiben.
Eine Reise voller Familie, neuer Erfahrungen, schöner Gespräche und unerwarteter Begegnungen.
