Jede Geschichte verdient ein Zuhause

Ich habe in meinem Leben sehr viel erlebt.

Ich habe in Afghanistan gelebt, in Indien und in Deutschland. Ich habe Krieg erlebt, Flucht, Neuanfänge, Scheidungen, Gewalt, Unfälle, Alleinerziehung, Vollzeitarbeit, Depressionen und viele Zeiten, in denen ich nicht wusste, wie es weitergehen soll.

Auch die Frühgeburt meiner Tochter gehört zu den Ereignissen, die mein Leben tief geprägt haben.

Es waren viele schwere Erfahrungen. Manche davon haben mich verletzt. Manche haben mich verändert. Manche haben mir gezeigt, wie viel Kraft ein Mensch haben kann, obwohl er sich innerlich müde fühlt.

Ich habe nicht immer alles richtig gemacht.

Heute kann ich das ehrlich sagen. Es gab Entscheidungen, die vielleicht nicht perfekt waren. Es gab Wege, die schwer waren. Es gab Momente, in denen ich anders hätte handeln können.

Aber ich habe immer mein Bestes gegeben.

Ich habe versucht, weiterzumachen. Ich habe versucht, für meine Kinder da zu sein. Ich habe versucht, Verantwortung zu tragen, auch wenn ich selbst kaum noch Kraft hatte.

Heute bin ich hier.

Nicht, weil alles leicht war.

Sondern weil ich nicht aufgegeben habe.

Ich bin nicht hundert Prozent glücklich. Es gibt noch vieles, was ich lernen, heilen und neu aufbauen möchte. Aber ich kann heute sagen: Ich habe mir Mühe gegeben. Sehr viel Mühe.

Und ich bin stolz darauf, dass meine drei Kinder ihren Weg gehen.

Sie haben gute schulische und berufliche Wege eingeschlagen. Noch wichtiger ist für mich aber, dass sie gute Menschen geworden sind. Menschen, die mit beiden Beinen im Leben stehen und ihren Platz in dieser Gesellschaft, in diesem Land und in dieser Welt finden.

Das bedeutet mir sehr viel.

Rinas Welt entsteht, weil ich meine Geschichte nicht länger nur in mir tragen möchte.

Ich möchte ihr einen Platz geben.

Einen Ort, an dem meine Erinnerungen nicht verloren gehen.

Einen Ort, an dem Schmerz nicht nur Schmerz bleibt, sondern vielleicht irgendwann Kraft wird.

Einen Ort, an dem andere Menschen lesen können: Auch wenn das Leben schwer war, ist es möglich, weiterzugehen.

Vielleicht liest eines Tages eine Frau meine Worte, die gerade selbst nicht weiß, wie sie weitermachen soll. Vielleicht fühlt sie sich dann weniger allein. Vielleicht denkt sie: Wenn Rina so viel geschafft hat, dann kann ich auch noch einen Schritt gehen.

Genau deshalb schreibe ich.

Nicht, weil mein Leben perfekt war.

Sondern weil es echt war.

Nicht, weil ich alle Antworten habe.

Sondern weil ich zeigen möchte, dass man auch mit Narben weiterleben, weiterhoffen und neu anfangen kann.

Jede Geschichte verdient ein Zuhause.

Meine Geschichte bekommt ihr Zuhause hier:

In Rinas Welt.

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