Mein Chai – ein kleiner Moment Ruhe

Als Kind habe ich keinen Tee getrunken.

Damals hatte ich irgendwie den Gedanken, Tee könnte mich dunkler machen. Heute kann ich darüber lächeln, aber als Kind habe ich das wirklich geglaubt. Statt Tee habe ich lieber Sewaiyan mit Milch gegessen.

Mit Tee habe ich erst später angefangen.

Meine Mutter machte einen besonderen Gewürztee. Sie benutzte viele gute Gewürze: Fenchel, Kardamom, Nelken, schwarzen Pfeffer, Zimt, Ingwer, Anis, Muskatnuss und andere feine Zutaten. Ihr Tee hatte einen besonderen Duft und Geschmack.

Diesen Tee mochte ich sehr.

Bei uns war es ganz normal, morgens und am späten Nachmittag Tee zu trinken. Tee gehörte irgendwie zum Familienalltag. Man saß zusammen, trank Chai oder grünen Tee, redete ein bisschen und war einfach beieinander.

Nach meiner Hochzeit hatte Tee für mich ehrlich gesagt nicht mehr so einen großen Wert.

Vielleicht lag es daran, dass ich nach und nach an vielen Dingen das Interesse verlor. Wenn das Leben schwer wird, verliert man manchmal sogar die Freude an kleinen Dingen, die früher selbstverständlich waren.

Später bekam Tee durch meine Kinder wieder mehr Bedeutung.

Meine Tochter trinkt sehr gerne Tee. Morgens und abends musste ich oft Tee machen. Für sie wurde Tee ein fester Bestandteil ihres Tages. Ich habe sogar mein Teegewürz selbst zu Hause gemacht.

Mein ältester Sohn trinkt Tee nur sehr selten. Schon seit seiner Kindheit mochte er Tee, Kaffee und Kuchen nicht besonders.

Mein zweiter Sohn mag Tee auch sehr, besonders wenn wir mit der großen Familie zusammen sind. Vor allem bei meinen Eltern, wenn viele Familienmitglieder da sind, macht Tee trinken besonders viel Freude.

Chai oder grüner Tee passen immer, wenn Familie zusammenkommt.

Heute trinke ich Tee nicht mehr so oft. Meistens trinke ich ihn, wenn meine Kinder bei mir sind. Da sie mich in meiner kleinen Wohnung nicht so oft besuchen, habe ich schon länger nicht mehr regelmäßig Tee getrunken.

Aber Tee bleibt für mich trotzdem etwas Warmes.

Etwas Familiäres.

Etwas, das an Zuhause erinnert.

Für mich ist guter Chai nicht einfach nur Tee mit Milch.

Guter Chai braucht Gefühl.

Die richtige Menge Tee.

Die richtige Menge Milch.

Die richtige Süße.

Und natürlich ein gutes Teegewürz.

Mit der Zeit habe ich durch Übung gelernt, wie mein Tee gut schmeckt.

So mache ich meinen Chai für zwei Tassen:

Zutaten:

2 Tassen Wasser

1,5 Teelöffel schwarzer Tee, zum Beispiel PG Tips

1 Teelöffel Teegewürz

2 Teelöffel Zucker

1,25 Tassen Milch

Zubereitung:

Das Wasser in einen Topf geben.

Den schwarzen Tee, das Teegewürz und den Zucker dazugeben.

Alles gut aufkochen und ungefähr 2 bis 3 Minuten kochen lassen.

Dann die Milch dazugeben.

Noch einmal gut kochen lassen, ungefähr 4 Minuten.

Danach den Tee durch ein Sieb in die Tassen gießen.

Warm trinken und genießen.

So schmeckt mein Chai.

Für mich ist das Geheimnis eines guten Tees: guter Tee, gutes Gewürz und die richtige Menge Milch und Zucker.

Man kann Chai nicht nur nach Rezept machen. Man muss ihn ein bisschen fühlen.

Man sieht die Farbe.

Man riecht den Duft.

Man merkt, wann er richtig ist.

Vielleicht ist Chai deshalb mehr als ein Getränk.

Er ist Erinnerung.

Er ist Familie.

Er ist Wärme.

Er ist ein kleiner Moment Ruhe in einem manchmal unruhigen Leben.

Und vielleicht trinke ich ihn heute nicht jeden Tag.

Aber wenn ich Chai koche, dann kommt für einen Moment ein Stück Familie, Zuhause und alte Wärme zurück.

Wenn du meine Chai-Gewürzmischung selbst machen möchtest, findest du hier mein Rezept: Chai-Gewürz selber machen – meine Familienmischung.

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