Kochen, Häkeln und Stricken – Dinge, die mein Herz ruhig machen

Ich koche, seit ich ungefähr neun Jahre alt bin.

Schon als Kind war ich oft in der Küche. Damals wusste ich noch nicht, dass Kochen später so ein wichtiger Teil meines Lebens werden würde. Für mich war es nicht nur Arbeit. Es war etwas, das ich mit meinen Händen, mit meinem Gefühl und mit viel Liebe gemacht habe.

Ich habe immer gern gekocht.

Nicht nur, weil Menschen essen müssen. Sondern weil ich es schön finde, jemanden mit gutem Essen glücklich zu machen.

Wenn ich für meine Familie gekocht habe, wollte ich nicht einfach nur einen Teller füllen. Ich wollte Freude machen. Ich wollte, dass sich jemand umsorgt fühlt. Ich wollte, dass meine Kinder, meine Familie oder Gäste spüren: Da hat sich jemand Mühe gegeben.

Ich habe in meinem Leben sehr viele verschiedene Gerichte gekocht.

Indische Gerichte, afghanische Gerichte, Süßigkeiten, Streetfood, Familienessen, Alltagsgerichte und besondere Sachen für besondere Tage. Manche Gerichte waren einfach, manche aufwendig. Manche habe ich von früher gekannt, manche habe ich neu ausprobiert.

Ich liebe es, neue Gerichte zu testen.

Ich mag Gewürze, Farben, Duft und diese kleinen Momente, wenn aus einzelnen Zutaten etwas Schönes entsteht.

In meiner Familie wusste ich oft genau, wer was mag.

Der eine mochte bestimmte Süßigkeiten, der andere lieber etwas Herzhaftes. Jemand mochte ein Gericht scharf, jemand anderes milder. Für mich war das immer wichtig. Ich habe mir gemerkt, was meine Menschen gern essen.

Vielleicht war Kochen für mich auch eine Sprache.

Eine Sprache ohne viele Worte.

Ich konnte damit sagen:

Ich denke an dich.

Ich kenne dich.

Ich möchte dir etwas Gutes tun.

Als ich noch mit meiner Familie gelebt habe, war Kochen ein fester Teil meines Alltags. Es gab immer etwas zu tun. Einkaufen, vorbereiten, schneiden, würzen, kochen, aufräumen. Manchmal war es anstrengend, aber es gehörte zu meinem Leben.

Heute ist es anders.

Seit ich in meiner kleinen Wohnung lebe, koche ich nicht mehr so viel wie früher. Oft lohnt es sich für mich allein nicht, groß zu kochen. Richtig Freude bekomme ich meistens dann, wenn meine Kinder mich besuchen.

Dann kommt dieses alte Gefühl wieder zurück.

Etwas vorbereiten.

Etwas Schönes machen.

Etwas auf den Tisch stellen.

Jemandem eine Freude machen.

Aber weil mich hier nicht oft jemand besucht, bleibt meine Küche manchmal stiller, als ich es gewohnt bin.

Und diese Stille ist nicht immer einfach.

Ich merke, dass ich nicht gut einfach nur sitzen kann. Wenn ich nichts mache, kommen zu viele Gedanken. Dann wird mein Kopf unruhig. Ich denke zu viel nach. Manchmal werde ich nervös.

Deshalb brauche ich Beschäftigung.

Ich muss oft etwas mit meinen Händen machen.

Manchmal koche ich.

Manchmal häkle ich.

Manchmal stricke ich.

Manchmal zeichne ich oder mache kleine Skizzen.

Manchmal mache ich ein Puzzle.

Und manchmal sitze ich am Computer und suche nach Ideen, Bildern, Rezepten oder Dingen, die mich interessieren.

Meine Hände brauchen etwas zu tun, damit mein Kopf ruhiger wird.

Vielleicht liegt das daran, dass ich mein Leben lang aktiv war. Ich habe gekocht, organisiert, geholfen, gearbeitet, versorgt und immer wieder weitergemacht. Still sitzen und nichts tun fühlt sich für mich nicht natürlich an.

Kochen, Häkeln und Stricken sind deshalb für mich mehr als nur Beschäftigung.

Sie geben mir Halt.

Sie bringen meine Gedanken in eine ruhigere Richtung.

Sie geben mir das Gefühl, dass ich etwas erschaffen kann.

Beim Kochen entsteht etwas, das andere Menschen glücklich machen kann.

Beim Häkeln und Stricken entsteht etwas langsam, Masche für Masche.

Man braucht Geduld.

Manchmal macht man Fehler.

Manchmal muss man wieder aufmachen und neu beginnen.

Aber irgendwann sieht man: Es entsteht trotzdem etwas Schönes.

Vielleicht ist das auch wie mein Leben.

Nicht alles ist gerade verlaufen.

Nicht alles war leicht.

Manches musste ich neu anfangen.

Manches musste ich loslassen.

Aber ich glaube, auch aus schweren Zeiten kann wieder etwas entstehen.

In Rinas Welt möchte ich deshalb nicht nur über Schmerz, Vergangenheit und Neuanfang schreiben.

Ich möchte auch über das schreiben, was mich lebendig macht.

Über Kochen.

Über Handarbeit.

Über Kreativität.

Über kleine Dinge, die einem Tag Wärme geben.

Meine Geschichte besteht nicht nur aus schweren Erinnerungen.

Sie besteht auch aus Duft, Geschmack, Farben, Wolle, Ideen und Liebe.

Und vielleicht gehört genau das alles zu mir:

Meine Vergangenheit.

Mein neues Leben.

Meine Küche.

Meine Hände.

Und mein Wunsch, aus allem, was ich erlebt habe, wieder etwas Schönes zu machen.

Nach oben scrollen