Heute war mein erster richtiger Urlaubstag – und was für ein langer Tag das war.
Schon um 4:30 Uhr morgens bin ich aufgewacht. Ich habe mich schnell fertig gemacht, noch einen Kaffee getrunken und schon kam mein Taxi pünktlich vor die Tür.
Am Flughafen ging alles ganz entspannt. Ich hatte kein Aufgabegepäck und konnte deshalb direkt zur Sicherheitskontrolle gehen. Alles verlief problemlos und ich wartete in Ruhe auf meinen Flug.
Kurz darauf kam auch Sunny mit seiner Familie am Flughafen an. Sie hatten ihren Flug nach München ungefähr eine Stunde später als ich. Wir verabschiedeten uns und jeder machte sich auf den Weg zu seinem Gate.
Mein Flug nach München verlief ruhig und ich landete pünktlich.
Dort merkte ich aber erst, wie groß der Flughafen wirklich ist. Von Gate A bis zum Bereich L war es ein weiter Weg. Ich brauchte ungefähr 20 bis 25 Minuten und musste sogar mit einer kleinen Bahn fahren.
Während ich unterwegs war, musste ich die ganze Zeit an Sunny denken.
Ich wusste, dass er mit vier kleinen Kindern unterwegs war und keinen Kinderwagen dabeihatte. Ich konnte mir gut vorstellen, wie anstrengend der lange Weg bis zum Gate für sie sein musste.
Je näher unsere Abflugzeit kam, desto unruhiger wurde ich.
Ich fragte mich immer wieder, ob sie den Flug nach Kanada noch rechtzeitig schaffen würden.
Am Gate traf ich meine große Schwester. Sie war bereits angekommen und wir hatten noch etwas Zeit. Gemeinsam gingen wir durch die Duty-Free-Shops und unterhielten uns.
Doch mein Bruder war immer noch nicht da.
Meine Sorge wurde immer größer.
Ich sprach sogar mit dem Personal am Gate und erklärte ihnen, dass mein Bruder mit seiner Familie noch unterwegs sei und hoffentlich gleich ankommen würde.
Nach und nach stiegen alle Passagiere ins Flugzeug ein.
Nur wir standen noch draußen.
Schließlich sagte das Personal, dass wir jetzt auch einsteigen müssten.
Ich hatte ein ganz unruhiges Gefühl.
Ich dachte wirklich, dass Sunny und seine Familie den Flug vielleicht verpassen würden.
Doch dann, wirklich in letzter Minute, kamen sie doch noch.
Ich kann gar nicht beschreiben, wie erleichtert ich in diesem Moment war.
Erst dann konnte ich selbst richtig entspannen.
Der Flug nach Kanada war angenehm.
Ich tauschte meinen Sitzplatz mit einem sehr netten Herrn, damit ich bei den Kindern sitzen konnte.
Darüber habe ich mich sehr gefreut.
Acht bis neun Stunden im Flugzeug sind natürlich nicht wenig.
Trotzdem verging die Zeit besser als gedacht.
Wir schauten Filme.
Wir hörten Musik.
Wir spielten zusammen.
Wir aßen.
Wir schliefen zwischendurch.
Und irgendwann war es so weit.
Kanada.
Endlich angekommen.
Die Passkontrolle verlief überraschend schnell. Vieles funktionierte über Automaten, sodass wir nicht lange warten mussten.
Auch unser Gepäck kam vollständig an.
Nur Sitas Kinderwagen fehlte.
Deshalb mussten wir zuerst zum Gepäckservice gehen und den Kinderwagen als vermisst melden. Das dauerte eine ganze Weile.
Danach gingen wir zur Autovermietung.
Dort wartete schon unser Mietwagen auf uns.
Ein großer 8-Sitzer – genau richtig für unsere Familie.
Als wir schließlich an der Unterkunft ankamen, waren wir alle müde.
Die Wohnung gefällt mir gut.
Ich teile mein Zimmer mit Deva, was ich sehr schön finde.
Nachdem wir angekommen waren, kochten wir gemeinsam etwas und aßen zusammen.
Später gingen Sunny und Didi noch los, um sich um den Kinderwagen zu kümmern.
Ich legte mich einfach nur auf mein Bett.
Ich schaute an die Decke.
Und dachte nur:
„Was für ein Tag.“
So viele Kilometer.
So viele Menschen.
So viele Gefühle.
So viele kleine Sorgen.
Und am Ende waren wir alle gesund und gemeinsam in Kanada angekommen.
Genau dafür bin ich heute einfach nur dankbar.
