Ruhe bedeutet für mich nicht nur, dass es um mich herum still ist.
Ruhe bedeutet für mich Ruhe im Kopf.
Keine Auseinandersetzungen mit Menschen. Keine Konflikte. Kein Stress. Keine ständigen Diskussionen, die mich innerlich müde machen.
Ruhe bedeutet für mich auch Ruhe im Körper.
Keine Schmerzen. Keine Krankheit. Kein ständiges Gefühl von Anspannung. Ich wünsche mir, mich in meinem eigenen Körper rundum wohlzufühlen. Einfach atmen zu können. Einfach da sein zu dürfen.
Und Ruhe bedeutet für mich Ruhe im Herzen.
Wenn ich niemanden verletze und niemand mich verletzt. Nicht mit Worten. Nicht mit Taten. Nicht mit Kälte, Druck oder Gleichgültigkeit.
Für mich ist Ruhe ein einfaches, schönes, sinnvolles und harmonisches Leben.
Ich brauche heute mehr Ruhe als früher, weil ich einfach müde bin.
Ich wünsche mir kein Drama mehr in meinem Leben. Ich habe lange genug funktioniert, gekämpft, ausgehalten und versucht, alles irgendwie zu schaffen. Viele Jahre ging es oft nur darum, weiterzumachen.
Ich habe mein Leben lang irgendwie ums Überleben gekämpft.
Und ich habe irgendwie alles überlebt.
Heute spüre ich, dass ich zuerst mich selbst wieder in einen guten Zustand bringen muss. Ich kann nicht immer nur geben, wenn ich innerlich selbst erschöpft bin. Ich muss erst wieder Kraft sammeln, ruhiger werden und mich selbst stabiler fühlen.
Denn ich möchte nicht nur für mich leben.
Ich glaube, man sollte im Leben nicht nur für sich selbst wünschen und nicht nur für sich selbst alles aufbauen. Wenn man älter wird, sollte man auch bereit sein, etwas zurückzugeben.
Ich möchte irgendwann Menschen helfen, so viel ich kann.
Älteren Menschen.
Kranken Menschen.
Einsamen Menschen.
Verletzten Menschen.
Verlassenen Menschen.
Kindern.
Tieren.
Und vielleicht auch Menschen, die wie ich lange gekämpft haben und nicht wussten, wie sie weitermachen sollen.
Aber dafür brauche ich zuerst innere Ruhe.
Es gibt Menschen und Situationen, die mich unruhig machen.
In meiner Familie gibt es manchmal starke Meinungsverschiedenheiten. Nicht immer gibt es direkten Streit, aber manchmal ist man sauer aufeinander. Manchmal trage ich das dann ein paar Tage in mir. Besonders schwer ist es mit Menschen, mit denen ich im Leben zu tun habe und denen ich nicht einfach aus dem Weg gehen kann.
Auch viele Menschen auf einmal machen mich unruhig.
Zu viel Verkehr.
Zu viel Chaos.
Zu viel Lärm.
Zu viele offene Dinge.
Unerledigte Aufgaben machen mich ebenfalls unruhig. Wenn etwas noch offen ist, bleibt es in meinem Kopf. Dann kann ich nicht richtig abschalten. Mein Kopf erinnert mich immer wieder daran, dass da noch etwas ist, was erledigt werden muss.
Was mir hilft, ist Abstand.
Manchmal muss ich mich von einer Situation oder von einem Menschen innerlich oder äußerlich etwas abtrennen. Dann brauche ich Zeit, um nachzudenken. Ich sortiere meine Gedanken. Ich frage mich, was wirklich passiert ist, was ich fühle und was eine vernünftige Lösung sein könnte.
Erst wenn ich für mich eine Lösung sehe, komme ich wieder mehr zur Ruhe.
Auch Atemübungen helfen mir.
Meditation hilft mir.
Manchmal hilft auch Schlaf.
Wenn mein Kopf zu voll ist, braucht mein Körper manchmal einfach eine Pause. Danach sehe ich manches klarer.
Zuhause, Natur, Kali, Gebet, Kochen und Handarbeit spielen dabei alle eine Rolle.
Sie helfen mir, meine Gedanken zu sortieren.
Ein schönes, sauberes und geordnetes Zuhause macht auch in meinem Kopf etwas ruhiger. Wenn um mich herum alles chaotisch ist, fühlt sich auch mein Inneres chaotischer an. Wenn mein Zuhause schön und sortiert ist, kann ich besser atmen.
Natur gibt mir Ruhe.
Bäume, Blumen, frische Luft, ein Garten oder ein Spaziergang helfen mir, mich wieder mehr mit dem Leben verbunden zu fühlen.
Kali hilft mir auf seine stille Art.
Er bringt mich nach draußen. Er ist da. Er schaut mich an, sucht meine Nähe und erinnert mich daran, dass ich nicht ganz allein bin.
Gebet gibt mir Trost.
Wenn ich bete, habe ich das Gefühl, dass ich nicht alles allein tragen muss. Ich kann meine Sorgen für einen Moment abgeben. Ich kann hoffen. Ich kann wieder Kraft finden.
Kochen und Handarbeit beruhigen mich auf eine andere Weise.
Wenn meine Hände etwas tun, wird mein Kopf ruhiger. Beim Kochen entsteht Wärme. Beim Häkeln und Stricken entsteht langsam etwas Schönes. Masche für Masche. Schritt für Schritt.
Vielleicht ist das auch wie mein Leben.
Nicht alles entsteht sofort.
Manches braucht Geduld.
Manches muss man wieder aufmachen und neu beginnen.
Aber am Ende kann trotzdem etwas Schönes entstehen.
Auch Trost von meiner Familie gibt mir Kraft.
Wenn ich das Gefühl habe, dass meine Familie bei mir ist oder mich versteht, fühle ich mich stärker. Familie war in meinem Leben immer wichtig. Auch wenn nicht immer alles leicht ist, gibt mir dieses Gefühl von Verbundenheit Halt.
Für mein zukünftiges Leben wünsche ich mir Frieden.
Ich wünsche mir Gesundheit.
Ich wünsche mir ein schönes Zuhause.
Ich wünsche mir genug Kraft, um nicht nur an mich zu denken, sondern auch anderen etwas Gutes zu geben.
Ich wünsche mir ein Leben ohne ständiges Drama.
Ein Leben mit Sinn.
Ein Leben mit Ruhe im Kopf, im Körper und im Herzen.
Vielleicht klingt Ruhe für manche Menschen langweilig.
Für mich ist Ruhe heute etwas sehr Wertvolles.
Ruhe ist Heilung.
Ruhe ist Schutz.
Ruhe ist Freiheit.
Und vielleicht ist sie genau das, wonach ich mein ganzes Leben gesucht habe.
